Migränepiercing in Wien – warum wir bei MAYDUNA bewusst keine falschen Hoffnungen verkaufen

Wer sich intensiver mit dem Thema Piercing beschäftigt und gezielt nach einem professionellen Piercingstudio in Wien sucht, stößt früher oder später auf Begriffe wie Migränepiercing, Piercing gegen Migräne oder Daith Piercing bei Migräne. Diese Suchanfragen nehmen seit Jahren zu und spiegeln ein gesellschaftliches Phänomen wider, das weit über die eigentliche Piercingkultur hinausgeht. Instagram, TikTok und Facebook unterstützen diesen Trend, über den es leider (noch) viel zu wenig Aufklärung gibt. Migräne betrifft viele Menschen, oft über Jahre oder Jahrzehnte hinweg, und der Wunsch nach Linderung ist absolut nachvollziehbar. Gerade deshalb sehen wir es bei MAYDUNA als unsere Verantwortung, dieses Thema sachlich, transparent und ohne jede Form von Sensationsversprechen einzuordnen.

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die weit mehr als ein gewöhnlicher Kopfschmerz ist. Sie kann mit starken Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, neurologischen Ausfällen und massiver Einschränkung der Lebensqualität einhergehen. Viele Betroffene haben bereits zahlreiche medizinische Behandlungsansätze ausprobiert, häufig ohne den erhofften langfristigen Erfolg. In dieser Situation erscheinen alternative Ansätze besonders verlockend, vor allem dann, wenn sie als einfach, schnell und angeblich nebenwirkungsfrei dargestellt werden. Genau hier beginnt jedoch die ethische Verantwortung von Dienstleister*innen, insbesondere im Bereich der Körpermodifikation und des professionellen Piercings.

Unter dem Begriff Migränepiercing wird fast immer ein sogenanntes Daith-Piercing verstanden. Dabei handelt es sich um ein Knorpelpiercing in der inneren Ohrfalte oberhalb des Gehörgangs. In vielen Onlineartikeln und Social-Media-Beiträgen wird behauptet, dass diese Stelle einem Akupunkturpunkt entspreche, der bei Migräne therapeutisch wirksam sei. Diese Behauptung klingt auf den ersten Blick plausibel, hält jedoch einer fachlichen und medizinischen Betrachtung nicht stand. Sie basiert nicht auf belastbaren Studien, sondern auf Einzelfallberichten, medialem Hype und einer starken Vereinfachung komplexer medizinischer Zusammenhänge.

Akupunktur ist ein eigenständiges medizinisches Verfahren mit klar definierten Regeln, Techniken und Indikationen. Insbesondere die Ohrakupunktur, auch Auriculotherapie genannt, arbeitet mit einer Vielzahl präzise lokalisierter Punkte, deren exakte Positionierung entscheidend für einen möglichen therapeutischen Effekt ist. Bereits minimale Abweichungen von wenigen Millimetern können darüber entscheiden, ob ein Reiz wirksam ist oder nicht. Die Stimulation erfolgt dabei zeitlich begrenzt, kontrolliert und gezielt. Ein Piercing unterscheidet sich davon grundlegend, da es keinen zeitlich steuerbaren Reiz setzt, sondern einen dauerhaften Fremdkörper darstellt, der weder Intensität noch Wirkrichtung beeinflussen kann.

Um diese Thematik nicht aus der Perspektive einzelner Studios oder persönlicher Überzeugungen zu bewerten, haben sich professionelle Berufsverbände intensiv damit auseinandergesetzt. Der Verband professioneller Piercer (VPP) hat hierzu gezielt Stellungnahmen von medizinischen Fachgesellschaften eingeholt, um eine fundierte Einschätzung zu ermöglichen. Die Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur kommt in ihrer Stellungnahme zu einer klaren und eindeutigen Bewertung. Dort wird erläutert, dass ein Ohrpiercing keinen der Akupunktur entsprechenden therapeutischen Reiz auslösen kann. Im ungünstigsten Fall kann ein Piercing sogar dazu führen, dass ein potenziell therapeutisch nutzbarer Punkt dauerhaft zerstört wird. Selbst wenn man unterstellt, dass nach Abheilung theoretisch Reste eines reflextherapeutischen Punktes bestehen bleiben, kann ein eingesetzter Schmuck diesen nicht sinnvoll stimulieren. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass ein Piercing einen Dauerreiz darstellt, gegen den der Körper mit der Zeit abstumpft, wodurch langfristig keine Wirkung zu erwarten ist. (detaillierte Infos und die Stellungnahme durch einen Arzt sind auf der Website des VPP www.vpp-piercing.de nachzulesen). Aus medizinischer Sicht wird es daher als ausgesprochen unseriös bezeichnet, mit Ohrpiercings therapeutische Versprechungen zu machen oder diese als Behandlungsmethode zu bewerben.

Diese Einschätzung ist kein rein deutsch/österreichisches Phänomen, sondern deckt sich mit internationalen Erfahrungen. Insbesondere nach mehreren stark verbreiteten Artikeln in US-amerikanischen Medien, in denen Daith-Piercings als vermeintliche Lösung gegen Migräne dargestellt wurden, meldeten sich zahlreiche Akupunkteur*innen, Ärzt*innen und erfahrene Piercer*innen zu Wort. Auch dort fällt die Bewertung eindeutig aus. Die durch ein Daith-Piercing stimulierten Areale entsprechen nicht jenen Punkten, die in der Ohrakupunktur zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden. Aus akupunkturfachlicher Sicht stehen diese Punkte vielmehr mit völlig anderen Körperregionen in Verbindung, die mit Kopfschmerzen oder Migräne keinen Zusammenhang haben.

Besonders aufschlussreich sind klinische Beobachtungen aus der Praxis von Akupunkteuren, die sich intensiv mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt haben. Selbst in Fällen, in denen Betroffene subjektiv eine Verbesserung wahrgenommen haben, zeigte sich, dass diese Effekte ausschließlich kurzfristig auftraten. In den meisten Fällen verschwanden sie innerhalb weniger Wochen, häufig bereits nach ein bis zwei Wochen. Diese zeitliche Begrenzung entspricht dem typischen Verlauf eines Placeboeffekts und stellt keine nachhaltige therapeutische Wirkung dar. Ein langfristiger medizinischer Nutzen konnte weder beobachtet noch wissenschaftlich belegt werden.

Ein weiterer Aspekt, der im Zusammenhang mit Migränepiercings häufig vernachlässigt wird, betrifft die Risiken eines Daith-Piercings selbst. Es handelt sich um ein technisch anspruchsvolles Knorpelpiercing, das ein hohes Maß an Erfahrung, anatomischem Verständnis und präziser Durchführung erfordert. Knorpelgewebe heilt langsamer und reagiert empfindlicher als Weichgewebe. Schwellungen, Druckschmerzen und entzündliche Reaktionen sind in Einzelfällen möglich, insbesondere wenn das Piercing unsachgemäß gestochen wird oder ungeeigneter Schmuck eingesetzt wird. In manchen Fällen können sich dauerhafte Verdickungen oder ästhetisch störende Veränderungen entwickeln, die auch langfristig bestehen bleiben. Diese Risiken müssen bei jeder seriösen Beratung offen angesprochen werden, insbesondere dann, wenn Menschen bereits unter gesundheitlichen Beschwerden leiden.

Hinzu kommt eine rechtliche Dimension, die im öffentlichen Diskurs oft ausgeblendet wird. Die Behandlung von Krankheiten fällt nicht in den Tätigkeitsbereich von Piercer*innen. Wer ein Piercing gezielt als Mittel gegen Migräne bewirbt, bewegt sich rechtlich in einem sensiblen Bereich. Nach geltendem Recht dürfen heilkundliche Tätigkeiten nur von entsprechend ausgebildeten und befugten Personen ausgeübt werden. Seriöse Piercingstudios in Wien und ganz Österreich sollten daher klar zwischen ästhetischer Körpermodifikation und medizinischer Therapie trennen. Diese Trennung dient nicht nur dem rechtlichen Schutz, sondern vor allem dem Schutz der Kundinnen und Kunden.

Bei MAYDUNA verstehen wir professionelles Piercing als verantwortungsvolle Arbeit am Körper eines Menschen. Dazu gehört fachliche Kompetenz ebenso wie ethische Klarheit. Wir bieten High-End Piercings in Wien an, mit präziser Technik, hochwertigen Materialien und einem klaren Fokus auf Hygiene, Ästhetik und langfristige Verträglichkeit. Wir bieten jedoch keine Piercings mit medizinischen Heilsversprechen an. Wenn sich Kundinnen oder Kunden mit Migräne oder anderen gesundheitlichen Beschwerden an uns wenden, nehmen wir diese Anliegen ernst und verweisen bewusst an medizinische Fachpersonen, die über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügen.

Ein Daith-Piercing kann, sofern die anatomischen Voraussetzungen gegeben sind, ein ästhetisch sehr ansprechendes Ohrpiercing sein. Viele Menschen entscheiden sich dafür aus rein gestalterischen Gründen und erfreuen sich langfristig an dem Schmuck. Diese Entscheidung unterstützen wir gerne im Rahmen einer ehrlichen, fundierten und individuellen Beratung. Wir machen jedoch deutlich, dass ein solches Piercing keine medizinische Wirkung entfaltet und keine Alternative zu ärztlicher oder therapeutischer Behandlung darstellt. Diese Klarheit ist für uns kein Nachteil, sondern Ehrlichkeit und Transparenzmerkmal gegenüber unseren Kund*innen.

Gerade in einer Stadt wie Wien, in der es eine große Vielfalt an Piercingstudios gibt, ist Transparenz ein entscheidender Faktor. Vertrauen entsteht nicht durch große Versprechen, sondern durch saubere Arbeit, nachvollziehbare Informationen und den respektvollen Umgang mit Erwartungen. Für uns bedeutet professionelles Piercing auch, dort bewusst Nein zu sagen, wo andere mit Hoffnung werben. Wir glauben, dass langfristige Kundenbeziehungen auf Ehrlichkeit beruhen und nicht auf der Ausnutzung von Leidensdruck.

Wenn du auf der Suche nach einem professionellen Piercingstudio in Wien bist, das Wert auf hochwertige Materialien, präzise Arbeit und verantwortungsvolle Beratung legt, bist du bei MAYDUNA richtig. Wenn du Unterstützung bei Migräne suchst, empfehlen wir dir ausdrücklich den Weg zu qualifizierten Ärzt*innen oder Therapeut*innen. Diese klare Trennung zwischen ästhetischem Piercing und medizinischer Behandlung ist ein zentraler Bestandteil unseres Selbstverständnisses und ein Zeichen von Respekt gegenüber unseren Kundinnen und Kunden.

Wir freuen uns auf deinen Besuch!

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